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22.12.2017

Neues Belüftungssystem sinkt Energieverbrauch

Architekten und Architektinnen der Technischen Universität München (TUM) haben ein Belüftungssystem für doppeltverglaste Fassaden entwickelt, mit dem sich der Energieverbrauch dank autoreaktiver Komponenten ohne großen technischen Aufwand fast halbieren lässt.

Es handelt sich um ein Belüftungssystem für doppeltverglaste Fassaden, das sich automatisch öffnet wenn die Temperatur über einen bestimmten Wert steigt und sich wieder schließt, wenn es kühler wird.
Kernstück der entwickelten Ventflex-Technik sind paraffingefüllte Thermozylinder. Das Wachs-Öl-Gemisch im Inneren der Zylinder dehnt sich aus, wenn die Temperatur über einen bestimmten Wert ansteigt. Die Volumenerhöhung erzeugt einen Druck, der die Zylinder wie Teleskope auseinanderschiebt. Sinkt die Temperatur ab, ziehen sie sich wieder zusammen.

Bisher wurden Thermozylinder nur eingesetzt, um Lüftungsschlitze in Gewächshäusern zu öffnen und zu schließen. In einem vor kurzem abgeschlossenen Forschungsprojekt konnte gezeigt werden, dass sich die Technik auch eignet, um Doppelglasfassaden effizient, kostengünstig, energiesparend und ohne aufwendige elektronische Steuerung zu kühlen.

Simulationen, die am TUM-Lehrstuhl für Gebäudetechnologie und klimagerechtes Bauen durchgeführt wurden, belegen, dass das neue Lowtech-Konzept äußerst effizient ist. Verglichen mit modernen Fassaden lassen sich bis zu 50 Prozent der Energie, die zum Heizen und Kühlen benötigt wird, einsparen.

www.tum.de



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